Kein Wollknäuel ist endlos lang und ab und zu gibts auch mal Knoten in der Wolle. Das heisst also einen neuen Faden einsetzen.

Eine Möglichkeit ist das "russische" Fadenansetzen, auch Russian Join genannt. Ich benutze gerne deutsche Begriffe und spreche deshalb vom Spleissen.

Spleissen ist eine Technik, die sehr breit Verwendung findet. Ein Beispiel, das beweist, dass diese Methode wirklich hält, sind die Seilbahnen. Auch da werden die bis zu 50 Drahtseile mit der Spleisstechnik verbunden.

Zuerst machen wir am einen Fadenende eine Schlaufe.
Wir fädeln dazu die Wolle in eine stumpfe feine Wollnadel. Für die ersten Versuche empfehle ich nicht mit der Wolle zu sparen. Später mit ein bisschen Übung und Erfahrung kann man recht knapp hantieren.

Dann stechen wir mit der Nadel in den Wollfaden, das heisst, wir suchen das Zentrum und stossen die Nadel im Mittelkern der Wolle durch. Das braucht etwas Geduld und Ruhe. Nicht gleich aufgeben, auf einmal machts Klick und man hat den Dreh raus.
Und dies ist ein wichtiges Stichwort, eigentlich braucht's eine ganz ganz leichte Drehbewegung, die Wolle nicht spannen, sondern locker halten. Auf keinen Fall in Auf- und Abbewegungen die Nadel durchstechen, sonst funktioniert das Prinzip nicht und die Übergangsstelle ist später im Strickwerk sichtbar.